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F/A-18 "Hornet"

 


 

Text und Fotos: Heinz Schär, Beat Eichenberger
Modell-Erbauer: Heinz Schär
Modell-Besitzer: Markus Müller
Hersteller: Electric Jet Factory
Vertrieb: Insider Modellbau

 

Beim Internetsurfen auf www.insider-modellbau.ch (einer meiner Favoriten) stiess ich auf die F/A-18 in den Farben der "Blue Angels". Nach kurzem Ueberlegen und einem Blick in die Hobbykasse wurde das Modell bei Eric Müller reserviert und bald auch abgeholt. In der Zwischenzeit ist das Modell auch in grau mit Dekorbogen der "Swiss Air Force" erhältlich. Das Erscheinungsbild dieses speziellen Jets faszinierte  mich schon lange.

 

Baukasten:

 

Der Baukasten ist als ARF-Kit ausgelegt und besteht aus wenigen, bereits mit Oracover bespannten Teilen in Holzbauweise. Was mir nach dem Oeffnen auffiel, waren die vielen Falten und Blasen. Sofort war mir klar, dass diese Bauteile mit dem Bügeleisen und dem Heissluftföhn nachbearbeitet werden müssen, will man sich später viel Ärger ersparen. Der beiliegende Dekorbogen ist nur bedingt brauchbar. Der Baukasten setzt sich wie folgt zusammen:

 

Rumpf, 2 Flügel, 2 Pendel-Höhenleitwerke, 2 Seitenleitwerke, klare Kabinenhaube und diverse Zubehörteile.

 

Zubehör:

 

Der von mir verwendete Antrieb ist auf Höchstleistung ausgelegt:

 

- Motor:

Hacker B40 10S

- BEC-Regler: 

Hacker Jeti Master 40-3P

- Antriebsakku:

10 Zellen Sanyo 1600 CP 4/5

 

 

 

Zusätzlich benötigte Teile:

 

- Impeller:

WeMoTec Mini Fan 480 (unbedingt auswuchten)

- Servos:

Hitec HS-81 MG

- Empfänger:

Multiplex Mini 5/7 IPD

- Cockpit:

Plastikpilot

 

 

 

Zusammenbau / Montage:

 

Von einem Bau im klassischen Sinne kann bei diesem ARF-Kit nicht die Rede sein. Es handelt sich hier eigentlich um eine Montage. Ich habe das Modell in folgenden Schritten aufgebaut:

 

- Alle bespannten Teile mussten mit dem Bügeleisen und dem Heissluftföhn nachbearbeitet werden.

 

- Aufzeichnen der Markierungen mit wasserfestem Filzstift und Aufbringen der Kleber vom Dekorbogen. Beim Aufkleben unbedingt Seifenwasser verwenden. Bei dieser Gelegenheit sei darauf hingewiesen, dass die Deckkraft der Kleber auf dem blauen Hintergrund ungenügend ist. Deshalb nur die nötigsten Kleber verwenden.

 

- Pendelruder montieren und Servos einkleben. Unbedingt auf gleichmässigen Ausschlag  der Ruder achten. Servokabel verlängern und auf der Empfängerseite mit Ferritringen versehen. Bei mir ist der Empfänger bei Modellen dieser Bauart immer in der Rumpfspitze (hat sich bewährt). Das Antennenkabel wird zu einem Seitenleitwerk gespannt.

 

- Impeller, Motor und Regler montieren. Ausschnitt im Schubrohr für die Motorenkabel anbringen. Der Strömungskanal und das Schubrohr ist aus sattiniertem Halbkarton gefertigt. Das Modell sollte man deshalb nicht unnötig der Feuchtigkeit aussetzen oder damit im Regen fliegen.

 

- Der Impeller passt saugend in den Rumpf. Er wird  in den Strömungskanal eingeschoben und mit den vier beiliegenden Schrauben befestigt. Danach das Schubrohr von hinten einfädeln und  über den Impeller ziehen. Den Regler an den Motor anschliessen und das Stromkabel verlängern. Der Antriebsakku liegt unter dem Cockpit (Schwerpunktslage). Die stromführenden Kabel werden zur Abschirmung mit Haushalts-Alufolie umwickelt. Nun im Motorenbereich alles sauber verlegen und mit dem schraubbaren Deckel verschliessen.

 

- Nun werden die Flügel parallel zur Rumpfunterseite ausgerichtet und verklebt.

 

- Die Seitenleitwerke werden eingeklebt. Um die Winkel genau einhalten zu können, ist eine Hilfsschablone aus Karton zurechtzuschneiden.

 

- Pilot und Schleudersitzattrappe auf den Wartungsdeckel kleben. Die Kabinenhaube vorsichtig zuschneiden und anpassen. Diese wird mit vier kleinen Schrauben seitlich an der Rumpfwand befestigt.

 

- Die genaue Schwerpunktslage wird durch Verschieben des Antriebsakkus eingestellt. Der Akku wird auf der einen Seite mit Klettband fixiert, und von der anderen Seite mit "hartem" Schaumstoff gesichert. Der Rumpfboden muss in diesem Bereich verstärkt werden. Den Empfänger mit viel Schaumstoff vor dem Akku schützen.

 

- Nun noch die Fernsteuerung (Pendelruder) programmieren und die Ruderausschläge einstellen. Ich fliege mit folgenden Einstellungen ( an der Vorderkante gemessen):

 

- Quer:

+/- 18mm

- Höhe: 

+/- 12mm

 

- Expo nach eigenem Geschmack

 

Die Ruderausschläge sehen auf dem Basteltisch gigantisch aus, aber es braucht sie wirklich!!!

 

 

 

Fliegen:

 

Ziel war es, das Modell am E-Meeting vom 17./18.8.2002 in Huttwil dem Publikum vorzuführen, doch die Zeit reichte einfach nicht aus zur Fertigstellung. Ich konnte die F/A-18 jedoch den neugierigen Besuchern "am Boden" zeigen. Als nächste Gelegenheit bot sich also nur noch das E-Meeting in Aspach (D) an. Der Erstflug fand dann am 7.9.2002 statt. Der erste Start sollte (wie bei mir üblich) ein Bodenstart mit der Gummiflitsche sein. Gummi gespannt, das Modell an den Hacken, ein leichter Druck mit dem Fuss auf die Auslösevorrichtung und ab in die Luft - sollte er eigentlich - doch der F/A -18 hatte keine Lust zum Fliegen. Er rutschte ca.10 m im kurz geschnittenen Gras geradeaus und blieb dann stehen. Nach einer kurzen Analyse kamen der Pilot und seine Vereinskollegen zum Schluss, dass durch die Position des Hochstarthakens ein negativer Anstellwinkel entsteht. Beim zweiten Startversuch wurde das Modell von einem Helfer in die Hand genommen. Die Gummiflitsche wurde eingehängt und mit laufendem Motor gestartet. Die "Hornet" schoss nach vorne, sackte leicht durch, um danach in den Himmel zu steigen. Der Jet fliegt sehr schnell, liegt aber satt am Steuerknüppel. Schon musste die erste Kurve geflogen werden, wollte man das kleine Modell nicht aus den Augen verlieren. Beim tiefen Vorbeiflug ist das Flugbild einfach phantastisch. Doch schon wurde es wieder kleiner und kleiner. Nach einigen kleinen Trimmkorrekturen erinnerte mich die Stoppuhr am Sender an die bevorstehende Landung. Der Puls stieg noch einmal an. Ein sauberer Gegenanflug, Leistung wegnehmen, Queranflug und Landung - knapp neben der Piste! Durch den Schlag brach die linke Tragfläche ab, und das 14 Tage vor Aspach! Bei einem Gespräch mit Eric Müller von Insider Modellbau wurde klar, dass ihm das Gleiche auch schon passiert war. Der Holm war zu schwach ausgelegt und die Faserrichtung des Holzes ebenfalls ungünstig. In der Zwischenzeit hat der Hersteller diesen Schwachpunkt allerdings beseitigt. Ein Ersatzholm wurde angefertigt und der Flügel wieder an den Rumpf geklebt. Nachdem die Ruderausschläge noch etwas korrigiert und das Expo meinem Geschmack entsprechend angepasst wurde, konnte der zweiten Flug stattfinden. Dieser fand dann am 14.9.2002 statt. Nach einem problemlosen Start konnte der Flug genossen werden. Einer Teilnahme in Aspach stand nun nichts mehr im Wege, und der dritte Flug fand tatsächlich an diesem historischen Ort statt.

 

 

 

Fazit:

 

Der als ARF ausgelegte Montagekasten ist mit den erwähnten Schwierigkeiten schnell aufgebaut. Kenntnisse beim RC Einbau in Elektro Jets sind dabei von Vorteil. Ich hatte mit meinem Einbaukonzept bei keinem Flug eine Störung oder einen Aussetzer. Die Auslegung des Modelles (klein und schnell) richtet sich an einen erfahrenen Piloten. Die F/A-18 ist auf keinen Fall für Anfänger oder Umsteiger geeignet. Der Start mit der Gummiflitsche ist eine sichere Sache und schont die Nerven des Piloten. Steht ein guter Werfer zur Verfügung, so ist auch ein Handstart möglich. In der Zwischenzeit hat ein Kollege eine Startrampe gebaut und erfolgreich eingesetzt. Nachdem sich der Puls und Adrenalinspiegel nach den ersten Flügen gesenkt hat, kann man sich an einem tollen Modell erfreuen, das mit sehr guten Flugeigenschaften und dem einzigartigen Flugbild der F/A-18 "Hornet" sowohl die Modellflieger als auch die Zuschauer zu überzeugen vermag.

 

Technische Daten:

 

Spannweite:

700 mm

Länge:

970 mm

Gewicht:

1200 gr

Motorlaufzeit:

max. 2,5 Min.

 

In der Zwischenzeit hat das Modell seinen Besitzer gewechselt. Neu fliegt Markus Müller die F/A-18 erfolgreich mit folgenden Komponenten:

 

Motor: Hacker B40-10S
BEC-Regler: Hacker Jeti Master 40-3P
Antriebsakku: LiPo 3s4p (Kokam 1500)
Fluggewicht: 1400g
Standschub: ca. 630g
Max. Strom: 34A
Flugzeit: 12 min.

 

FA18-1 small FA18-2 small FA18-3 small
     
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