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L-39 "Albatros"


 

Text und Fotos: Rainer Zürn, Frank Fechtner
Modell-Erbauer: Rainer Zürn
Modell-Besitzer: Rainer Zürn
Hersteller: Axel Schreiner
Vertrieb: Axel Schreiner, Insider Modellbau, Gollnow Modellbau u.s.w.

 

Vorwort

Es ist kein Geheimnis, dass ich bereits seit 3 Jahren einen solchen Jet im Einsatz habe. Die ausgewogenen, hervorragenden Flugeigenschaften, bei guter Gefälligkeit, in Verbindung mit optimaler Alltagstauglichkeit (jede halbwegs ordentliche Wiese reicht - zumindest bei der fahrwerklosen Variante!!) gaben den Anlass, ein zweites Modell zu ordern!

 

Baukasten

Die L 39 wird als Voll-Gfk Version fertig lackiert in verschiedenen Designs angeboten. (Meine Wahl fiel erneut auf die Lackierung der „Biele Albatrosy“) Zusätzlich gibt es die erforderlichen Luftkanäle und seit neuestem ein entsprechendes Einziehfahrwerk zu erwerben. Die Qualität der Teile ist gemessen am Preis voll „im grünen Bereich“, wenn auch in einigen Punkten noch verbesserungsfähig.

 

Zubehör

Ausser dem RC und Antriebs-Material werden nur noch wenige Kleinteile für Anlenkungen etc. benötigt. Die Spanne der möglichen Antriebe ist recht gross und reicht von Bürstenmotoren und 16 Zellen bis Brushless mit 22 Zellen (und darüber hinaus). Dasselbe gilt für den Impeller; von bevorzugt 90 mm (Schübeler, Wemotec) bis zu 105 mm (Deiss) ist alles möglich.

 

Von mir verwendetes Zubehör

Der im 1. Modell bewährte DS 51 ph (Schübeler) sollte wieder Verwendung finden; inzwischen als DS 51 ph DIA weiterentwickelt! Aufgrund des hohen Kohleverschleiss in meiner alten Albatros und um „up to date“ zu sein, sollte diesmal ein brushless HP 220/20/A5 SP4 mit einem Kontroniksteller Beat 40-6-18 als Vortrieb dienen. Das ganze wie gehabt im 16 Zellen Betrieb (2400er Sanyo’s - reicht für 5 Min Flugspass!!) um die vorhandenen Akku-Packs weiter nutzen zu können. Servobestückung: 4 x Hitec 81 MG.

 

Zusammenbau

Wer (wie beispielsweise meine Wenigkeit!!) glaubt, so ein schon einmal aufgebautes „Fertigmodell“ lässt sich quasi über Nacht „zusammennageln“, sieht sich bitter enttäuscht. Es gibt einfach Dinge, die etwas Sorgfalt bedürfen - aber immer schön der Reihe nach!

 

Flügel: wichtigster Unterschied zur 1. Version; die Tragfläche ist jetzt einteilig und hat einen durchgehenden Holm, um den immer stärkeren Antrieben gerecht zu werden (Nachteil: ca. 100 - 150 gr. Mehrgewicht!!) An arbeiten ist lediglich gangbar machen der Ruder (Elastikflap), Servoeinbau, montieren der Tipptanks und „ausrichten“ am Rumpf (Verschraubung) zu erledigen. Beim „ausfräsen“ der Servoöffnungen bitte nur vorsichtig die Beplankung „lösen“, damit man im hinteren Bereich nicht die Querruderverkastung beschädigt und schwächt.

 

Höhenleitwerk: gangbar machen der Ruder, Montage am Rumpf (bitte aber unbedingt die EWD zur Tragfläche prüfen, ca. 1,5 Grad sind aus meiner Erfahrung ein sehr guter Ausgangswert)

 

Rumpf: durch die einteilige Fläche ist der Rumpf jetzt über einen grossen Bereich gut zugänglich. Das hilft zwar ungemein beim montieren der Luftkanäle, aber nur sehr bedingt beim Einbau des Impellers. Der sitzt nämlich im hintersten Bereich der Öffnung und es muss einiges am Rumpfmaterial „abgenommen“ werden, um den Antrieb platzieren und später auch wieder ein- und ausbauen zu können (gut beraten, wer erst danach und relativ nahe am Rumpfrand die Flächenverschraubung anbringt!!) Luftkanäle und Schubrohr haben eine Trennaht. Bei den Luftkanälen schliesse ich die mit Gewebe und Sekundenkleber und montiere die beiden Teile ausserhalb der Modells zum fertigen Hosenrohr (durch die grosse Öffnung könnten sie inzwischen aber genauso gut einzeln im Rumpf montiert und zusammengeführt werden). Anschliessend wird die Einheit im Modell platziert (Schubachse beachten) und mit den angeformten Einläufen am Rumpf gut verklebt (Thema Schubachse: einfach an der Skizze Spant Impellereinbau orientieren, dann passt es schon!!). Der Übergangsbereich von den Einlauflippen zum Luftkanal lässt noch reichlich Spielraum für Verbesserungen. Um ein halbwegs akzeptables Ergebnis zu erzielen, arbeite ich hier mit robbe Leichtspachtel (2 K Spachtel). Das Zeug ist schnelltrocknend, leicht und gut schleifbar. Allmählich kann das erste Mal der Impeller im Rumpf platznehmen. Erstaunlich wie leicht diese filigrane Kohlefaserteil beim verschrauben am Spant sich minimal verkantet und dann plötzlich die Impellerschaufel an irgendeiner Stelle leicht schleift! Ein Problem, dass schon an meiner ersten L 39 aufgetaucht war und trotz grösster Sorgfalt auch jetzt wieder zusätzliche Arbeit nötig machte!! Anschliessend kann schon mal das Schubrohr provisorisch montiert werden. Hier wird überall nur mit Tesafilm gearbeitet (das hält - lediglich am Impeller muss zusätzlich mit einem Kabelbinder gesichert werden!), da dieses Teil zum Ausbau der Triebwerkseinheit unbedingt demontierbar sein muss!!. Jetzt lässt sich auch eine gute Position für die beiden Höhenruderservos finden. Sie sitzen links und rechts an der Rumpfinnenseite und sollten keinesfalls dem Schubrohr im Wege sein. Die Befestigung der Servo’s und Spanten geschieht bei mir übrigens mit Silikon der Fa. Wacker und hat sich bestens bewährt. Zwischendurch kann man sich um einen netten kleinen Cockpitausbau bemühen. Die für die L 39 typischen grossen Sitze (Kopfstützen), ein Pilot und etwas Instrumentierung können mit wenig Aufwand und Gewicht (35 gr.) realisiert werden. Im vorderen Rumpfbereich sich noch ein Spant, Akkuhalterungen und evtl. ein Haken für Flitschenstart anzubringen.

Ob der Regler im endgültigen Zustand im Konus des Impeller oder ausserhalb montiert ist, sollte jeder anhand des eingesetzten Materials, Erfahrung und Empfehlung der Hersteller selbst entscheiden.

 

Fazit

Die L 39 ist in der aktuellen Version (einteilige Tragfläche / Balsasandwhich) deutlich stabiler, aber insgesamt auch schwerer (Rohbau Nr. 1 - 1150 gr. / Nr. 2 - 1350 gr.). Tendenziell gäbe es wie erwähnt den einen oder anderen Punkt am Bausatz bzw. Aufbau zu verbessern; spätestens nach den ersten gelungenen Flügen ist das allerdings vergessen!!

 

Fliegen

Hoffen wir, dass alle wesentlichen Teile ordentlich verbaut sind und einwandfrei funktionieren. Dann sollten aufgrund der Erfahrungen mit L 39 Nr. 1 viele schöne Flugstunden möglich sein. Wer weiss, vielleicht gibt es dann die beiden „Biele Albatrosy“ (+ weitere Albatrosy der IGEJS) einmal im Verband zu bewundern.

Die von mir bevorzugten Ruderausschläge: Höhe +/- 8 mm, Quer + 15/-10 mm in Verbindung mit 30 - 40 % Expo auf allen Rudern (das erlaubt den schönen weichen realistischen Flugstil bei ausreichender Agilität). Schwerpunkt nach Herstellerangabe oder bis zu 5 mm dahinter.

Da mir nur in Ausnahmefällen ein Fluggelände mit Startbahn zur Verfügung steht, ist auch L 39 Nr. 2 fahrwerklos. Die Flitschenstarts klappen allesamt problemlos, die Tipptanks haben bei zahlreichen Starts und Landungen bisher nur einmal zum „einfädeln“ an Grasbüscheln geneigt. Mein „Gummi“ ist mit Schnur in gespannten Zustand rund 70 mtr. lang; insofern ein guter Wert, da man zum landen mit der recht gut „gleitenden“ L 39 schon etwas Platz haben sollte! Mit anderen Worten, überall wo meine „Startvorrichtung“ aufgebaut werden kann, bekomme ich das Modell in der Regel auch wieder sicher gelandet!

 

Vorschau

Bei einer Bestückung mit den revolutionären LIPO Zellen wäre eine Gewichtseinsparnis im Bereich von 400 – 600 gr. realistisch. Das heisst es könnten völlig unbedenklich Einziehfahrwerke bei immer noch moderaten Abfluggewichten zum Einsatz kommen. Dann - ja dann würden uns nur noch Sound und Geruch von unseren grossen Vorbildern trennen!!

 

 

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